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Posts Tagged ‘Burkaverbot’

Da wollen nun also verschiedene schweizerische Kantonsparlamente diese berühmt-berüchtigte Burka aus unserem öffentlichen Leben verbannen. All die ach-so-zahlreichen burkatragenden Frauen, die uns täglich dank ihrer auflagestärkenden und einschaltquotenbringenden Funktion in den Medien begegnen (wie viele ganzverschleierte Frauen treffen Sie denn jeden Tag auf der Strasse an?), werden dann also aus unseren malerischen Schweizer Dörfern und Städten verschwinden. Wenn im Iran Frauen unter das Kopftuch gezwungen werden, ist das ganz schlimm (NB. ich bin auch gegen jeglichen Zwang), aber in der Schweiz sind wir ja in einer Demokratie, wenn da Frauen unter dem Schleier hervorgezwungen werden, ist dies nur zu ihrem Besten (war das nicht auch ein Argument im Iran?). Apropos Iran, wer regte sich denn damals über den transparenten, locker getragenen Schleier der Außenministerin Micheline Calmy-Rey bei ihrem Besuch in Teheran auf? Waren da möglicherweise jene dabei, die immer betonen, sie würden sich ebenfalls an landesübliche Traditionen anpassen, wenn sie in ein muslimisches Land reisen würden, deswegen sollten die Muslime das hier auch tun?

Selbstverständlich dürften verschleierte Frauen nach einem Burkaverbot in der Schweiz ganz nach saudiarabischem Vorbild und unter ebenso fadenscheinigen Begründungen auch nicht mehr Auto fahren, so ungefähr nach dem Motto „Frau am Steuer, ungeheuer, Burka am Steuer, ein Fall für Befreier“. Motorradhelme und dunkle Sonnenbrillen fallen natürlich nicht unter dieses Gesetz – außer vielleicht wenn sie von Musliminnen getragen werden.

Außerdem scheinen angesichts der laufenden Diskussionen über ein Burkaverbot zahlreiche westeuropäische Länder eine Invasion burkatragender Frauen zu erleben. In diesem Zusammenhang ist insbesondere Frankreich hervorzuheben, ein Land, in dem eine tatsächlich immer noch gültige Verordnung vom 17. November 1799 (ordonnance de police du 26 brumaire an VIII) ein Hosenverbot für die Frauen ausspricht und jeder Frau, die sich wie ein Mann zu kleiden wünscht, vorschreibt, bei der Polizeipräfektur vorstellig zu werden, um eine Sondergenehmigung zu beantragen. Da liegt die Frage nahe, ob wohl in 200 Jahren in Frankreich um die Burka genauso wenig Aufhebens gemacht werden wird wie heute um die Hose???

Und wenn schließlich dank Gesichtsverschleierungsverbot alle komplett verhüllten Frauen aus unserem öffentlichen Raum verschwunden sind, was kommt dann als nächstes? Vielleicht könnten wir das Tragen von Stöckelschuhen verbieten, die bisweilen absolut gesundheitsgefährdend sind (Knie- und Rückenschmerzen, verkürzte Wadenmuskeln, Spreizfuß, Arthrose etc.) und sogar Unfälle verursachen (Tragen hochhackiger Schuhe beim Autofahren oder in den Bergen). Oder sollte allen Schweizer Männern zur Vereinheitlichung des Straßenbildes womöglich das Tragen des Sennenkäppis aufgezwungen werden?

In diesem Sinne hoffe ich, dass dies mein letzter Beitrag zu dieser demagogischen Burka-Debatte war und ich mich in Zukunft relevanteren Themen zuwenden kann.

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BurkaWas ist Europas größtes Problem? Angesichts der absurden, wählerstimmenheischenden und verschleierungstaktischen Diskussionen, die in verschiedenen europäischen Ländern und insbesondere in Frankreich und Belgien derzeit den Gesetzgeber und die Medien vereinnahmen, scheint die Antwort klar: die Burka.

Davon abgesehen, dass wohl die meisten vielmehr an den Gesichtsschleier Niqab denken als an die zumeist in Afghanistan getragene Burka (siehe nebenstehendes Bild), die in Europa eine absolute Rarität ist (und unter der sich mittlerweile vielleicht vielmehr Ein-Tages-Burka-Journalistinnen oder Ein-Monats-Burka-Künstlerinnen auf der Suche nach auflagestarken Stories oder sonstigen Emotionen verbergen), wird wohl niemand ernsthaft behaupten, ein Burka-Verbot sei die Lösung für die Finanzkrise, die zunehmende Arbeitslosigkeit oder die zu hohen Gesundheitskosten (in diesem Zusammenhang erinnert ein Gesichtsschleier wie der Niqab zudem überaus an die zum Schutz gegen die Schweinegrippe allgemein empfohlenen Schutzmasken und ist somit auch für Nichtmuslime hochaktuell!).

In diesem Sinne, wenden wir uns wirklich relevanten Fragen unserer Gesellschaft zu und fordern wir beispielsweise ein Ganzkörpertätowierungs-Verbot oder einen Kelten-Artikel zum Schutze der ursprünglichen Religion der Helvetier in der Bundesverfassung… 😉

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