Es gibt zwei alljährliche allgemein anerkannte islamische Feiertage: Das Eid al-Fitr zum Ende des Fastenmonats Ramadan und das Eid al-Adha, das zur Zeit der Pilgerfahrt in Mekka stattfindet und im Gedenken an Abraham begangen wird, der bereit war, in Gehorsamkeit ALLAHs seinen Sohn zu opfern, stattdessen aber ein Schaf zur Opferung erhielt.
Da das islamische Jahr dem etwas kürzeren Mondkalender folgt, feiern wir diese Feste jedes Jahr ungefähr 11 Tage früher als im Vorjahr.
Fallen sie auf einen Schultag, so beantrage ich bei der Schulleitung jeweils im Voraus einen freien Tag für meine Kinder im Primarschulalter, der mir auch immer gestattet wurde.
Warum möchte ich meine Kinder an diesem Tag nicht zur Schule schicken?
Weil dies für sie Kindheitserinnerungen sein werden: das gemeinsame Gebet in der Moschee, die festliche Dekoration zu Hause, das frühmorgendliche Aufstehen, um die Geschenke zum Ende des Ramadan öffnen zu können, das Beisammensein mit Familie und Freunden, die Ausflüge oder Besuche an diesem Tag.
Weil sie so dem Weihnachtsmann und dem Osterhasen gelassener begegnen können (ein älterer Artikel zu diesem Thema: hier) und sich nicht benachteiligt fühlen, da sie ja auch ihre besonderen Feste haben.
Weil ich somit meinen Kindern signalisiere, dass sie zu ihrer Religion und zu ihren Überzeugungen stehen können und ihre Zugehörigkeit nicht verstecken oder sich verstellen müssen.
Weil es gut ist für ihr Selbstbewusstsein und ich ihnen damit zu verstehen gebe, dass die Schule wichtig ist und ich mich an ihre Regeln halte, indem ich rechtzeitig ein offizielles Gesuch schreibe, und letztendlich der Schule die Entscheidung überlasse, den freien Tag zu bewilligen oder nicht, und gleichzeitig meinen Kindern aufzeige, dass Ausnahmen möglich sind, wenn man sich darum bemüht, und wir nicht immer der Masse folgen müssen.
Weil die Schule dank dieser Gelegenheit meinen Kindern beweisen kann, dass sie ihre Religion und ihre Feste akzeptiert, und sich meine Kinder dadurch mit der Schule identifizieren können, sie ernst nehmen und Sorge zu ihr tragen.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes Fest!
Schöner Artikel.
Allerdings frage ich mich, warum Sie das christliche Oster-Weihnachtsfest mit dem Osterhasen und dem Weihnachtsmann verbinden. Beide stehen doch für ein säkulares Verständnis dieser Feste.
Christen feiern an Weihnachten die Geburt von Gottes Sohn und gedenken an Ostern seines Todes und seiner Auferstehung.
Mit dem Weihnachtsmann und dem Osterhasen hat das nichts zu tun.